...

Die Kleine und die Katze

Miezi hatte ein langes Schläfchen hinter sich, denn niemand störte sie, weil Bommel und Purzel draußen im Garten spielten. Bald war Frühling, der sich schon ziemlich früh mit warmen Sonnenstrahlen und Vogelgesang ankündigte.
Völlig ausgeschlafen und zu jeder Dummheit bereit, streunerte Miezi durch das Haus und blieb ruckartig stehen. Wer ist dann das? Staunend schlich sie zu dem Sofa und entdeckte ein kleines Mädchen, wie sie mit ihrem Teddy kuschelte. „Die ist ja geschrumpft, wohl in der Badewanne eingegangen, wie die auf dem Spielplatz, wo ich mit Bommel mal war“ dachte sie sich und näherte sich ganz vorsichtig von der Seite.
Sachte luntzte Miezi um die Ecke und beäugte das kleine Menschlein. Doch das Mädchen erblickte das Kätzchen und war mit einem Schlag ein quietschendes etwas, das auf ihr zu gerannt kam.
„Oh oh, Rückzuuuuuuuuug,“ plärrte sie und rannte was ihre Pfötchen her gaben, Richtung Katzenklappe, die in den Garten führte. Doch das Mädchen war schneller, schnitt ihr den Weg ab und schnappte sich Miezi.
„Alarm,“ maunzte das Fellknäuel, in der Hoffnung das Bommel und Purzel sie retten würden. Doch es half nichts, es wurde geknuddelt was das Zeug hielt.
Völlig zerzaust setzte das kleine Mädchen Miezi auf das Sofa und zeigte ihr ihren Teddy. „Guck mal, das ist Teddy. Der ist manchmal lieb.“
Manchmal? Miezi bekam große Augen und wollte gar nicht wissen wie der komische Teddy drauf war, wenn er mal nicht lieb ist. Ihr kam er jedenfalls nicht ganz geheuer vor und somit gab es nur eine Lösung. Flucht. Nur weg von dem kurzen Menschen und ihren Miezen fressenden Teddy. Mit einem Zack und gekonnten Salto mit seitlicher Drehung, rannte sie wie eine fehl gezündete Rakete davon. Kurz noch einmal umdrehen ob dieser fieser Teddy sie verfolgte. Nö, nichts zu sehen. Allerdings sah Miezi auch nicht die immer schneller auf sie zu kommende Kommode. So kam es wie es kommen musste. Jeder Versuch einer Vollbremsung scheiterte kläglich, begleitet von einem verdutzten Katzengesicht, donnerte Miezi gegen diesen verräterischen Schrank.
„Auaaaaa,“ jammerte sie und hatte nichts besseres in dieser Situation zu tun, als sich gelassen das Fell zu putzen. Coolness ist alles in so einer Situation.

Das Mädchen quietschte verzückt auf, als sie das Ergebnis der Flucht beobachtet hatte.
„Du bist ja so süß,“ schrie sie herbei eilend, um eine weitere Knuddelattacke zu starten.
„Denkste, du kriegst mich nicht.“ Mit diesen Worten machte Miezi einen weiteren Fluchtversuch, nun wohl wissenden, rennen und umdrehen macht Aua.
Also ab durch die Flurtür, dann links durch die Tür zur Treppe, dann wieder links ins Wohnzimmer und dann ….... Verdattert blieb Miezi abrupt stehen und starrte das Mädchen an, als sie plötzlich vor ihr stand. Ja wie denn jetzt? Kann die zaubern?
„Heeee, das ist unfair, so was macht man nicht.“ Also zurück das ganze, diesmal nach rechts und dann ab durch die Mitte.
Ha, diesmal war das Glück auf Miezis Seite, denn wie ein Blitz schoss sie durch die Katzenklappe, gefolgt von einem Sprint der Superlative. „Aus der Bahn,“ rief sie, als sie auf Bommel und Purzel wie ein Schnellzug zuraste.
„Biste denn von allen 9 Leben verlassen?“ Schimpfte Bommel, der dann nur noch eine Staubwolke an sich vorbei rauschen sah.
„Was hatn die,“ wollte Purzel wissen.
„Zu viel Pfeffer im Pops,“ antwortete der Kater kichernd und sah zur Terrassentür und sah das Unheil kommen.
„Au jaaaaa, noch mehr Kuscheltierchen,“ schrie das Mädchen, als sie die beiden anderen Vierbeiner erblickte.
„Jetzt versteh ich Miezi. Am besten wir verduften,“ sagte Purzel und folgte Miezis Staubwolke.
Doch Bommel bekam nicht rechtzeitig die Kurve und wurde ohne Gnade zum Kuschelkater degradiert. Da half auch kein wehleidiges Miauen. Kleine Mädchen sind gnadenlos in so was.

Miezi war inzwischen hinter einem Busch untergetaucht. Purzel erschnüffelte ihre kleine Katzenfreundin und stupste sie mit seiner Nase an. Die Katze sah verdutzt den Beagle an.
„Wo hast du Bommel gelassen?“
„Den hats erwischt,“ antwortete Purzel trocken.
„Waaaaas?“ Miezis schaute erschrocken ihren Freund an.
„So was passiert halt, da muss er durch.“
Miezi war empört. „Freunde lässt man nicht zurück. Wir befreien ihn.“
„Bist du Balla? Bommel wird gerade verniedlicht und zerknautscht.“
„Bommel würde das gleiche für dich tun,“ sagte die Katze selbstbewusst.
„Ja aber aber aber.....“ stotterte Purzel und holte tief Luft. „Also gut. Hast eine Idee?“
Miezi überlegte kurz und tapste dabei hin und her. „Wir greifen von beiden Seiten an. Du schleichst dich von hinten an, während ich das kleine Monster ablenke. Dann schnappste dir Bommel.“
„Und was ist wenn die nicht darauf rein fällt?“
„Dann muss er mindestens 2 Tage lang Fellpflege machen. Und glaube mir, das ist nicht lustig,“ sagte Miezi ernst.
Bommel hatte keinen besseren Plan, also war er einverstanden. Operation „Bommel-Befreiung“ konnte starten.

Der Beagle schlich sich vorsichtig von hinten ran. Langsam und nahezu Geräuschlos krabbelte er an den Blumenbeeten entlang und versteckte sich solange, bis er Miezi erblickte und sie mit der Ablenkung begann. Dabei sah er wie das Mädchen Bommel verhätschelte. „Armer Bommel. Halte aus, wir holen dich aus dieser Hölle raus.“

Miezi sah wie Purzel in Stellung gegangen war und tapste ganz gemütlich über den Gartenrasen in Richtung Terrasse. Doch das Mädchen war so vertieft darin den armen Bommel zu foltern, so dass sie Miezi gar nicht sah. Ja genau, foltern. Da war sich die Katze sicher, schlimmer kann es nicht sein.
Doch dann war es so weit, das Kind sah Miezi und winkte ihr zu. Dann stand sie auf und lief auf das Kätzchen mit dem Codenamen: Ablenkmiez, zu. Miezi machte kehrt und flitze quer durch den Garten, gefolgt von einem vergnügt lachenden Mädchen.

Purzel ergriff die Gelegenheit und rannte zu Bommel. Dieser wiederum sah ganz erstaunt seinen Freund an. „Hallo Purzel, wie geht’s denn so, willste mitspielen?“
„Wie was, hä? Ich will dich retten,“ antwortete Purzel überrascht.
„Warum?“
„Was warum?
„Warum du mich retten willst, bin ich in Gefahr?“
Am liebsten hätte Purzel dem Kater eine mit seinen Pfötchen getatzt, aber irgendwie wurde die Zeit knapp. Das haben Rettungsaktionen nun mal so an sich, es gab nie genug Zeit.
„Nun komm schon, bevor das kurze Menschlein zurück ist,“ drängelte Purzel.
„Sie heißt Celina, ist voll lieb und spielt mit mir.“
„Soll das heißen du musst gar nicht gerettet werden,“ fragte der Hund erstaunt, während er eine im Kreis flitzende Katze und ein Kind an sich vorbei rennen sah.
„Nö,“ antwortete der Kater kurz und knapp.
„Miezi! Bommel ist verloren, er ist jetzt einer von der da?“ Rief Purzel Miezi zu.
Die Katze blieb ruckartig stehen und wusste nicht was nun los ist. „Verräter,“ schimpfte sie vor sich hin und spürte plötzlich wie zwei kleine Händchen nach ihr greifen. „Oh oh,“ bekam sie nur noch raus.

Purzel konnte diesem grauenhaften Schauspiel nicht zusehen. Seine beiden Pfötchen legte er über seine Augen und hoffte das alles gut werden würde.
Doch dann hörte er wie Miezi herum kicherte und immer wieder mal schnurrte. Neugierig ging der Beagle näher und schaute dem Treiben zu.
„Heee, das macht ja Spaß,“ stellte er fest.
Die kleine Celina kam auf Purzel zu gestürmt, während er die Augen schloss. „Es wird alles gut,“ sagte er zu sich selbst und wartete auf das Unheil das nun kam. Doch dann spürte er ein zärtliches streicheln auf sein Fell. Als Purzel die Augen wieder öffnete, erblickte er ein liebes Lächeln. Sofort war klar, dieses kleine Mädchen war gar nicht so schlimm.

„Alle auf sie,“ rief Bommel. Purzel, Bommel und auch Miezi fielen kichernd über das Mädchen her und schleckten sie ab, knuddelten sie was das Zeug hielt.
Auf der Terrassentür erschien Janina die dem süßen Treiben schmunzelnd zuschaute und den Teddy hinter dem Rücken hervor holte. „Celina Kleines, ich habe deinen Teddy, magst du ihn haben?“
Sofort hielt Miezi inne als sie den Teddy sah. Stimmt, da war doch noch was. Wie ein geölter Blitz schoss sie davon. Purzel und Bommel sahen sich verdattert an und kringelten sich vor lachen. Wie kann man vor einem Teddy Angst haben?

Und so hatte die Vierbeinige Rasselbande eine neue Freundin, die kleine Celina. Nur diesen Teddy, also diesen Teddy wird Miezi garantiert im Auge behalten, denn der ist ihr einfach nicht ganz geheuer. Ist doch klar.
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Miezi & Jani

Janina ist mein Pixel-Püppchen, das seit 2007 in Second Life zu Hause ist. Aus der Liebe zu Katzen, erblickte Miezi kurze Zeit später das Licht der virtuellen Welt und ist seit über 2 Jahren ein wichtiger Bestandteil meines verpixelten Lebens. Das Tierchen möchte ich genauso wenig vermissen, wie meine Janina. Hier findet man Miezis Abenteuer, die allerdings nichts mit Second Life zu tun haben. Die Geschichten um Janina sind jedoch Erlebnisse aus SL.

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